Alle Artikel in: Textil

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Preis eines T-Shirts – günstiger als die Wahrheit

Seit mehreren Wochen verfolgen mich Zahlen einer Graphik, die ich zuerst auf der schön gemachten, aber inhaltlich mindestens fragwürdigen Seite des WDR zur Textilproduktion gesehen habe. Unter der Überschrift „Kosten, Lohn, Gewinn“ werden dort die Kosten eines T-Shirts prozentual aufgeschlüsselt. Mich haben dabei vor allem zwei Dinge verwundert: Erstens fehlen dabei die Materialkosten (sehr wahrscheinlich Baumwolle) komplett und zweitens wird keine valide Quelle genannt. Über der Graphik steht lediglich: „Nach Zahlen von TransFair“ mit einem Link zur Seite von Fairtrade Deutschland. Auf dieser Seite finden sich die Zahlen jedoch nicht. Heute stieß ich dann auf den Link zum „Wegweiser faire Kleidung“ der von mir geschätzten Grünen Europapolitikerin Ska Keller. In der ansonsten durchaus lesenswerten Broschüre fiel mir gleich eine Infographik mit der Überschrift „Kaufpreiszusammensetzung eines T-Shirts“ (S.5) auf. Die Zahlen sind exakt dieselben wie in der Übersicht des WDR. Auch hier kein Hinweis auf Materialkosten. Die Quelle ist jedoch eine andere. „Wer bezahlt unsere Kleidung bei Lidl und Kik? Eine Studie der Kampagne für saubere Kleidung.“, steht darunter. Da hatte mich der Ehrgeiz gepackt. Wo …

Fair Handeln!

Die Messe fürs gute Gefühl

Die „Fair handeln“ in Stuttgart ist für uns neben der FA!R in Dortmund die wichtigste Messe für fairen Handel und nachhaltigen Konsum in Deutschland.  Während in Dortmund hauptsächlich Fachbesucher durch die Messehalle schlendern, erreicht die „Fair handeln“ durch die terminliche Zusammenfassung mit anderen Frühjahrsmessen auch weitere Zielgruppen. Meiner Ansicht nach ist die „Fair handeln“ damit der einzige Punkt in Deutschland an dem der faire Handel ein Massenpublikum erreicht. Allein am Freitag gab es 25.000 Besucher auf dem Messegelände, insgesamt waren es fast 80.000. Diese Reichweite ist Fluch uns Segen zugleich. Zum Einen ist es manchmal schwierig sich auf ein langes Gespräch einzulassen um grundlegende Dinge, wie den Vorteil von Biobaumwolle zu erklären, zum Anderen kommen Menschen so vielleicht zum ersten Mal mit fairem Handel in Berührung, obwohl sie nur auf der Suche nach einem guten Wein beim „Markt des guten Geschmacks“ nebenan waren. Trotz der Größe war die Stimmung das ganze Wochenende positiv und bereichernd. Fast nie hektisch und immer freundlich waren sowohl die Mitarbeitenden der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), als ideeller Träger zuständig für …

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Immer schön bei den Fakten bleiben! – Wie die Christliche Initiative Romero falsche Fakten zur Fair Wear Foundation verteilt.

Auf Grund einer Nachfrage zur Aussagekraft einer Mitgliedschaft eines Unternehmens in der Fair Wear Foundation (FWF) habe ich diese Woche dazu recherchiert. Eigentlich ist diese Geschichte zusammengefasst schnell erzählt: Die Mitglieder der Fair Wear Foundation lassen Kontrolleure in ihre Fabriken, diese sagen was schief läuft und die Produzenten legen einen Plan vor, wie in den folgenden Jahre die Bedingungen verbessert werden sollen. Eine Absichtserklärung besser zu werden also. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Auffallend ist aber, wie die FWF zum nonplusultra im Bereich der Fairen Mode hochgejubelt wird. So zum Beispiel von der Christlichen Initiative Romero (CIR). Diese ist keineswegs unabhängig, sondern als deutscher Träger der Kampagne für Saubere Kleidung über die internationale Clean Clothes Campaign sogar im governing body der Fair Wear Foundation, dem Aufsichtsrat sozusagen. Die Christliche Initiative Romero macht die Anprangerarbeit und verkauft die Fair Wear Foundation als Ausweg aus dem PR Desaster für die Hersteller. Das kann man so machen, dann aber mit richtigen Fakten. Leider stimmen diese nicht, wie ein kleiner Blick auf die Website der CI Romero zeigt. …

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Neues und Vertrautes, Buntes und Grünes: Die FA!R2012

Wow, was für ein schönes Wochenende. Nach Messeangaben gab es bei der FA!R in diesem Jahr 30 Prozent mehr Besucher. Die Ausstellungsfläche war größer und auch die Stimmung bei uns in der Klamottenecke war gut. Das Fazit einer FA!R2012 die uns Spaß gemacht hat und inhaltlich den Fairen Handel nach vorne bringt. Augenscheinlich verändert hatte sich bei unserer Ankunft am Donnerstagnachmittag nur eines: Der grellgrüne Teppichboden des letzten Jahres war einem gemäßigteren satten Grasgrün gewichen, viel passender für die Natürlichkeit die auch dem Fairen Handel nahesteht. Unsere beiden Stände lagen sich gegenüber in illusterer Gesellschaft der Bekleidungsreseller Native Souls, Green Guerillias, Fair bleiben und Yavana, sowie der Hersteller Greenality und unseren Nachbarn aus der Alpaka Ecke. Zwei Stände deshalb, weil wir neben unserem eigentlichen 3FREUNDE Stand gemeinsam mit Open Globe, dem Nachwuchs des Eine Welt Netz NRW e.V., die Young Fashion Area betreuten. Dort gab es Informationen zu Bekleidung, eine Kleidertauschbörse und den Mitmachbereich in welchem man selber Siebdrucken konnte. Dies brachte im Vergleich zum letzten Jahr mehr Interaktionsmöglichkeiten mit sich und öffnete so die …

Indien

Die Zukunft der Baumwolle

Für viele Menschen gibt es einen Zusammenhang zwischen Strom und Bekleidung. Zumindest im Wissen über deren Herkunft. Strom kommt aus der Steckdose und Bekleidung aus dem Klamottenladen. Was davor geschieht und wie komplex sowohl Stromproduktion, als auch Bekleidungsherstellung ist, bleib für die meisten im Dunkeln. Doch bei beidem ändert sich derzeit etwas. Die Menschen sind mehr und mehr an der Herkunft der Dinge interessiert. Die Zeit ist reif den Menschen mehr Informationen zu bieten. Jedoch ist das Zeitbudget der Menschen weiterhin beschränkt und die Informationen müssen schnell auf den Punkt gebracht werden. Was ist gut? Was ist schlecht? Was soll und kann ich tun? Was kostet es? „Nachhaltige Baumwolle“? Zur Reduktion der Komplexität im Bereich der Baumwolle lancieren drei Initiativen mit unterschiedlichem Hintergrund die Kampagne „Initiativen für nachhaltige Baumwolle“ „Aid by Trade“ mit ihrem Label “Cotton made in Africa” ist eine Einkaufsgemeinschaft die langfristig mit afrikanischen Baumwollproduzenten zusammenarbeiten will. Future for Cotton repräsentiert die Interessen und Belange der Biobaumwoll-Wertschöpfungskette. Fairtrade Deutschland (Transfair e.V.) ist mit seinem Programm zertifizierter Fairtrade-Baumwolle mit dabei. Kurz gesagt: die drei …