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SDG 12 Verantwortungsvoller Konsum: Es geht nur gemeinsam!

SDG Superheld

Im Nachhaltigen Entwicklungsziel mit der Nummer 12 sind verantwortungsvoller Konsum und die nachhaltigen Produktionsmethoden. Um sowohl Wachstum des Wohlstandes und nachhaltige Entwicklung in der Welt zu realisieren, brauchen wir dringend eine sofortige Reduzierung des Einflusses der Menschheit auf die Natur. Das funktioniert nur über die Veränderung der Art und Weise wie wir Güter produzieren und konsumieren. Natürliche Ressourcen müssen sparsamer und effizienter eingesetzt werden. Zusätzlich dürfen weniger Gifte und Abgase in die Umwelt gelangen. Industrie, Wirtschaft und Haushalte müssen ermutigt werden Abfälle zu reduzieren und verstärkt auf recyclebare und recycelte Produkte und Produktionsweisen zu setzen.

Anders als bei vielen anderen der Ziele gibt es hier auch die Möglichkeit durch individuelle Verhaltensänderungen einen persönlichen Beitrag beizusteuern. Ich kann als Person weniger und besser konsumieren. Das reduziert den sogenannten CO2-Fußabdruck, der beschreibt, wie viel das in großen Mengen schädliche Klimagas CO2 oder gleichwertige Stoffe durch die persönliche Lebensweise freigesetzt werden. Wenn dieser Fußabdruck bei jeder Person kleiner ist, dann wird er auch im gesamten kleiner – so zumindest die Idee.

Die Ernüchterung kommt sofort, wenn man sich einmal die Mühe macht und auf einer Internetseite seinen persönlichen CO2-Fußabdruck berechnen lässt. Selbst mit starkem Selbstbetrug (immer die umweltfreundlichste Antwortmöglichkeit ankreuzen) ist es nicht möglich, einen Lebensstil vorzutäuschen, der es ermöglichen würde, dass wir mit einer Erde zu Rande kommen. Also nachhaltig und dauerhaft. Der Grund dafür ist der sogenannte Sockelbetrag, der sowieso anfällt, weil in Deutschland allgemeine Dinge gebaut, angeschafft, verbraucht und entsorgt werden. Dazu gehören Straßen, öffentliche Gebäude und weitere Infrastruktur.

Dies ist Wasser auf die Mühlen derer, die sagen, dass ein verantwortungsvoller Konsum nur durch staatliche Regulierung und technologischen Fortschritt funktionieren kann. Jede und jeder Einzelne könnte sich also die Hände reiben und darauf warten, dass „die Politik“ und „die Industrie“ sich was schlaues einfallen lassen, wie wir den Planeten retten können. So funktioniert es aber nicht.

Warum sollten diese Akteurinnen und Akteure beginnen den Status quo an CO2-Ausstoß zu verringern? Wenn sich keine Bürgerin und kein Bürger dafür interessiert, hat die Politik kein Anreiz das zu tun. Wenn die Produkte von keiner Konsumentin und keinem Konsumenten gekauft werden würden, hat die Wirtschaft keinen Anreiz ökologischere Produkte zu entwickeln. Das ist also eine Sackgasse.

Du musst es selber machen!

Es verbleibt also beim privaten Konsum für Veränderung zu sorgen. Konsumentinnen und Konsumenten müssen Vorbild sein, Bedarf schaffen und Interesse an Veränderungen zeigen.

Nur wenn andere Menschen und die Politik sehen, dass es funktionieren kann, einen Lebensstil zu leben, der sowohl einen geringen CO2-Ausstoß als auch ein zufriedenes, gesundes und glückliches Leben ermöglicht, können sich andere anschließen. Durch eine höhere Nachfrage nach nachhaltigen Produkten und eine damit verbundene bessere Wirtschaftlichkeit derselben, werden sie in größerer Varianz und damit zielgruppengerechter angeboten werden können. Damit können noch mehr Menschen davon profitieren und es wird auch für finanziell schlechter gestellte Menschen überhaupt erst erschwinglich. Wenn damit die Zahl derer, die versuchen ein nachhaltigeres Leben zu führen, größer wird, so werden sie auch zu einer relevanteren Zielgruppe für Wirtschaft und vor allem für Politik. Erst wenn Politikerinnen und Politiker merken, dass sie davon profitieren, dass sie nachhaltige Entscheidungen treffen, werden sie diese auch vermehrt treffen. Und nur durch diese Entscheidungen kann es für Wirtschaftsunternehmen und in der öffentlichen Beschaffung verbindliche Vorgaben geben, die dann auch Auswirkungen auf den Sockelbetrag des persönlichen CO2-Ausstoßes haben, indem dieser verringert ist.

In der Praxis sind wir schon weiter!

Nun sind wir aber nicht mehr am Anfang der oben beschriebenen Zusammenhangskette sondern mittendrin. Viele Menschen wissen um ihren Beitrag zur Umweltbelastung und sehr vielen ist es auch ein Anliegen diesen zu reduzieren. Dennoch entscheidet sich die überwältigende Mehrheit dazu ein weniger nachhaltiges Produkt zu kaufen, wenn es günstiger ist. Der Anspruch ist also hoch, die Handlungen sind dann aber doch bequem.

Hier müssen nun staatliche Stellen Anreize schaffen, welche die Kaufkraft lenken. Ein Beispiel dafür ist etwa das Verbot von Glühbirnen in der Europäischen Union oder die Veränderung der Vergaberichtlinien bei der Öffentlichen Beschaffung dahingehend, dass Nachhaltigkeit ein Kriterium bei der Auswahl des Angebots sein kann. Während die erste Regelung dafür sorgte, das gänzlich energieineffiziente Produkte für die Konsumentinnen und Konsumenten gar nicht mehr zur Auswahl standen, sorgt die Änderung der Vergaberichtlinie dafür, dass Städte und Kommunen einen Spielraum in Richtung Nachhaltigkeit beim Kauf von Produkten und Dienstleistungen haben.

Eine Stärkung des Verantwortungsvollen Konsums kann also nur in einem Zusammenspiel verschiedener Akteursgruppen gelingen. Der Ausgangspunkt sind aber immer einzelne Personen. Also ich und du!

CC BY-SA 3.0 DE
Inhalte auf raphabreyer.de stehen i.d.R. unter freier Lizenz (Näheres im Impressum ). Der Artikel „SDG 12 Verantwortungsvoller Konsum: Es geht nur gemeinsam!“ (Text) steht unter der CC BY-SA 3.0 DE Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Rapha Breyer.

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