Alle Artikel mit dem Schlagwort: Preis eines Shirts

IMG_2660

T-Shirt City – Fluch und Segen der Textilindustrie

Als Girish mich vom Flughafen abholt, fahren wir 40 Minuten von Coimbatore nach Tirupur auf einem Highway. An der Stadtgrenze, die keine ist, beginnen die Häuser größer zu werden. „Alles Textilfabriken“, sagt Girish. „Diese hier auch, und diese hier“, zeigt er auf vorbeiziehende Häuser. „Für solch große Fabriken wird es aber bald zu teuer sein hier. Für Massenproduktionen steigen die Löhne zu schnell.“ Alles in Tirupur hängt an den Textilien. Wer nicht mit Textilien sein Geld verdient, verdient sein Geld mit dem Menschen die mit Textilien ihr Geld verdienen. In dem er ihnen Häuser vermietet, Essen zubereitet oder deren Motoroller wartet. Das ist Fluch und Segen zugleich. Vor 40 Jahren gab es hier vor allem Landwirtschaft. Dann fiel über Jahre kein Regen und es musste eine andere Beschäftigung her. Mit der Textilproduktion kam Arbeit zurück nach Tamil Nadu. Aber auch negative Extreme wurden sichtbar: Bunt gefärbtes Wasser in den Flüssen, überforderte Infrastruktur und  teilweise schlechte Bezahlung der Arbeiterinnen und Arbeiter. Das Problem der Färbemittelabwässer hätte die Politik lösen müssen, tatsächlich haben es Richter getan: 2011 mussten …

117H_kl

Preis eines T-Shirts – günstiger als die Wahrheit

Seit mehreren Wochen verfolgen mich Zahlen einer Graphik, die ich zuerst auf der schön gemachten, aber inhaltlich mindestens fragwürdigen Seite des WDR zur Textilproduktion gesehen habe. Unter der Überschrift „Kosten, Lohn, Gewinn“ werden dort die Kosten eines T-Shirts prozentual aufgeschlüsselt. Mich haben dabei vor allem zwei Dinge verwundert: Erstens fehlen dabei die Materialkosten (sehr wahrscheinlich Baumwolle) komplett und zweitens wird keine valide Quelle genannt. Über der Graphik steht lediglich: „Nach Zahlen von TransFair“ mit einem Link zur Seite von Fairtrade Deutschland. Auf dieser Seite finden sich die Zahlen jedoch nicht. Heute stieß ich dann auf den Link zum „Wegweiser faire Kleidung“ der von mir geschätzten Grünen Europapolitikerin Ska Keller. In der ansonsten durchaus lesenswerten Broschüre fiel mir gleich eine Infographik mit der Überschrift „Kaufpreiszusammensetzung eines T-Shirts“ (S.5) auf. Die Zahlen sind exakt dieselben wie in der Übersicht des WDR. Auch hier kein Hinweis auf Materialkosten. Die Quelle ist jedoch eine andere. „Wer bezahlt unsere Kleidung bei Lidl und Kik? Eine Studie der Kampagne für saubere Kleidung.“, steht darunter. Da hatte mich der Ehrgeiz gepackt. Wo …