Monate: Januar 2014

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Preis eines T-Shirts – günstiger als die Wahrheit

Seit mehreren Wochen verfolgen mich Zahlen einer Graphik, die ich zuerst auf der schön gemachten, aber inhaltlich mindestens fragwürdigen Seite des WDR zur Textilproduktion gesehen habe. Unter der Überschrift „Kosten, Lohn, Gewinn“ werden dort die Kosten eines T-Shirts prozentual aufgeschlüsselt. Mich haben dabei vor allem zwei Dinge verwundert: Erstens fehlen dabei die Materialkosten (sehr wahrscheinlich Baumwolle) komplett und zweitens wird keine valide Quelle genannt. Über der Graphik steht lediglich: „Nach Zahlen von TransFair“ mit einem Link zur Seite von Fairtrade Deutschland. Auf dieser Seite finden sich die Zahlen jedoch nicht. Heute stieß ich dann auf den Link zum „Wegweiser faire Kleidung“ der von mir geschätzten Grünen Europapolitikerin Ska Keller. In der ansonsten durchaus lesenswerten Broschüre fiel mir gleich eine Infographik mit der Überschrift „Kaufpreiszusammensetzung eines T-Shirts“ (S.5) auf. Die Zahlen sind exakt dieselben wie in der Übersicht des WDR. Auch hier kein Hinweis auf Materialkosten. Die Quelle ist jedoch eine andere. „Wer bezahlt unsere Kleidung bei Lidl und Kik? Eine Studie der Kampagne für saubere Kleidung.“, steht darunter. Da hatte mich der Ehrgeiz gepackt. Wo …

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Präventive Aufregung

Seit über zwei Wochen habe ich einen Tab mit dem Panoramabeitrag zu „Abiturienten als Entwicklungshelfer: sinnlose Kurztrips ins Elend“ offen. Ich habe mir nie die Zeit genommen diese 8 Minuten zu investieren, weil ich weiß, dass ich danach viel Zeit brauche um mich aufzuregen. Über ganz verschiedene Dinge: Allein der Titel spitzt unzulässig zu: Wer sagt denn, dass Freiwillige Entwicklungshelfer sind? Sind alle Weißen die ins Ausland des globalen Südens gehen Entwicklungshelfer? Das ist Quatsch. Wenn ich von entwicklungspolitischen Freiwilligendiensten mit einer Dauer von 3 Monaten oder mehr spreche, dann geht es dabei in erster Linie um die jungen Menschen selbst. Das muss man sich eingestehen, das ist aber auch nicht schlimmes. Es geht darum, dass Menschen, die sonst wenig mit solchen Themen zu tun haben ein um eine Erfahrung reicheres Bild von der Welt haben. In ihrer sonst so behüteten Welt mit Geld der Eltern und Chancen für unterschiedliche Lebensentwürfe ist das meiste an Erfahrung von anderen erzählt und nicht selbst erlebt. Zum Anderen haben die jungen Erwachsenen im Ausland genau die gleichen Sorgen …