Jugendarbeit
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Jedem sein Twitter? – Twitter als Tool für Jugendverbände

Mein Freund Daniel betont immer, dass niemand Twitter nutzen muss und dass es keine festen Regeln gibt wie man Twitter zu benutzen hat. Eine Zahnbürste hat eine feste Funktion, Twitter hat dies nicht. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten zu welchem Zweck Twitter eingesetzt werden kann.

Das Unternehmen Twitter stellt nur eine Plattform zur Verfügung. Als Benutzer kann man darüber Nachrichten mit einer Länge von 140 Zeichen mit der Welt teilen, ein sogenannter Tweet. Man kann entscheiden ob nur ausgewählte Menschen das Lesen können (die eigenen Follower) oder ob es eine Nachricht für alle sein soll. Darüber hinaus gibt es ein paar Funktionen die Twitter zu einem guten Tool machen.

Mit dem Reply oder @Mention kann eine adressierte Person durch Voranstellen des @ direkt angesprochen oder erwähnt werden. Twitter registriert das und informiert denjenigen. Mit einem Retweet (RT) teilt man das von jemand anderem Gesagte an seine Follower und kann noch etwas hinzufügen. Die Direktnachricht (DM) ist vergleichbar mit einer privaten eMail. Nur der Empfänger kann sie lesen.

Die einzigen Verbindungen die Twitter selbet herstellt sind die Followerbeziehungen. So eine Beziehung ist asymmetrisch, was bedeutet, dass ich jemandem folgen kann, ohne dass er mir folgen muss. Wenn ich jemandem folge, dann sehe ich in meinem Stream, also dem Strom der Nachrichten, alles was dieser Twitterer schreibt.

Darüber hinaus ist Twitter aber kein abgeschlossenes System und vor allem in seiner Benutzbarkeit nicht festgelegt. Das bedeutet, dass der Strom aller Nachrichten gefiltert und durchsucht werden kann. Dabei hat sich im Laufe der Zeit herausgebildet, dass die Twitterer wichtigen Wörtern ihres Tweets eine Raute, das sogenannte Hash, vorstellen und sich für Themen und Veranstaltungen meist Akronyme als Hashtags herausbilden. Damit kann der Stream mit einfachen Suchkriterien nach Themen durchsucht werden. So wird man auch auf Twitterer aufmerksam, die man nicht kennt, die aber über ähnliche Themen sprechen.

Neben der ad hoc-Suche nach Wörtern, Themen, Hashtags und Benutzern gibt es eine Vielzahl von Programmen mit welchen sich die Flut an Informationen sortieren und bündeln lässt. So kann der Newsstream mit wenigen Klicks zur persönlichen regionalen Tageszeitung oder zum Gruppenchat werden. Zum Fachforum oder zum virtuellen Lagerfeuer. Zum Spamkanal oder zum Ausdruck der sprachlichen Feinsinnigkeit.

Jedem sein Twitter!

Dies gilt zumindest für den persönlichen Bereich. Für Unternehmen und auch Jugendverbände ist Twitter das Werkzeug, das wie kein anderes die Möglichkeiten des Web 2.0 verkörpert. Twitter ist das einzige Medium in welchem Informationen weiträumig verteilt werden können und das dabei einen offenen, niederschwelligen und persönlichen Rückkanal bietet. Twitter ist sowohl eine Gesprächsplattform auf welcher Produkte präsentiert und Mitglieder informiert werden können, als auch eine der schnellsten Möglichkeiten wie interessierte Menschen in Entscheidungs- und Kreativprozesse eingebunden werden können.

Was macht Twitter einzigartig?

Auf den ersten Blick sind das alles Dinge, die auch über eine gut betreute Facebookseite zu realisieren sind. Auf den zweiten Blick gibt es einen großen Unterschied: Während es bei Facebook durch beide Seiten, nämlich Sender und Empfänger, einer Bestätigung des Kontakts bedarf, ist dies bei Twitter nicht der Fall. Der Twitter Nutzer sendet seine Informationen in den großen Topf aus welchem jeder die für sich relevanten Informationen herausfiltern kann. Die Adressaten sind also nicht Fans oder Menschen die den Like-Button gedrückt haben, sondern Interessierte und Aufmerksame. Die Kommunikation ist von sich aus ungeordnet und wird erst durch die richtigen Suchbegriffe und Followerbeziehungen zur Quelle. Man kommuniziert nicht nur im eigenen Tümpel sondern auf allen sieben Weltmeeren.

Wie twittern Jugendverbände?

Gerade in Jugendverbänden ist zu beobachten, dass Twitter unterschiedlich gut genutzt wird. Alle Möglichkeiten des Dienstes nutzt kein offizieller Kanal wirklich aus.

@bdkj
Der Bundesverband des Bundes der katholischen Jugend, dem Dachverband der katholischen Jugendverbände nutzt Twitter sporadisch, aber dann intensiv. So gibt es hier während Veranstaltungen wie der Sternsingeraktion oder der Hauptversammlung des Zentralkomitees der Katholiken Entwicklungen und Neuigkeiten zu lesen. Leider kommt dazwischen recht wenig. Auch die Interaktion lässt manchmal zu wünschen übrig.

@kljb_bund
Besser macht dies der Bundesverband der Katholischen Landjugendbewegung. Hier wird auf externe Informationsquellen verwiesen und gezielt auf Rückmeldungen und Nachfragen eingegangen. Leider fehlt auch hier die konstante Präsenz die es ermöglichen würde einen echten Dialog zu führen.

@vcp_de

Der Bundesverband des Verbands Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder nutzt Twitter nur um Inhalte der eigenen Website via Twitterfeed unters Volk zu schleudern. Immerhin passiert das regelmäßig, für so etwas gibt es aber eigentlich RSS Feeds.

@dpsg
Genau so nutzt auch mein Verband, die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg, Twitter. Automatisiert landet alles was auf der Website publiziert wird in einer gekürzten Form auch bei Twitter. Über diesen Weg wird das dann auf die Facebook-Seite des Verbandes weitergeleitet. Viele Daten deren Mehrwert sich, vorsichtig formuliert, in Grenzen hält.

@rdprdp
Den umgekehrten, aber keinesfalls besseren Weg, beschreitet der Ring deutscher Pfadfinderverbände. Alles was auf Facebook gepostet wird, landet bei Twitter. Erst in den letzten Tagen scheint hier der Vorteil der Zwei-Wege-Kommunikation von Twitter entdeckt worden zu sein.

Wie könnte es besser gehen?

Rezepte die es im Marketing und der Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen längst gibt, ließen sich gut für die Jugendverbandsarbeit adaptieren. Etwa braucht auch ein Jugendverband die Bindung zum Kunden, den Leiterinnen und Leitern sowie den Kindern und Jugendlichen. Diese personalisierte Kommunikation ermöglicht es einem Verband menschliche Einblicke in seine Arbeit zuzulassen und erzeugt damit eine Verbindung zwischen Menschen und nicht zwischen einem Menschen und einem abstrakten Verband.

Andererseits kann der Jugendverband Twitter auch als Informationsquelle nutzen. Zu vielen Themen der Jugendverbandsarbeit twittern mehr oder weniger bekannte Personen. Kleine Ortsgruppen die gute Ideen umsetzen, können so besser aufgespürt und als best practise Beispiele gezeigt werden. Ein Verband kann dadurch serviceorientierter für seine Mitglieder arbeiten und gerade Leitungskräften direkte Impulse liefern.

Eine zielgerichtete Nutzung von Twitter verändert allerdings auch die Art, wie die Öffentlichkeitsarbeit von Verbänden funktioniert. Sie erfordert von den Leitungen und Mitarbeitern die Bereitschaft sich mit ihrer Persönlichkeit transparent zu machen. Also als eigenständige Person präsent zu sein. Man muss merken, wer etwas schreibt. Das darf aber nicht mit einem Einblick ins Privatleben verwechselt werden. Privates bleibt weiterhin privat.

Die Uhren im Web 2.0 gehen anders

Auch Arbeitszeitaufteilung funktioniert in Zeiten von social media anders. Es ist nicht möglich eine Twitterzeit einzurichten in der morgens zwischen 9 und 10 Uhr nach Twitter geschaut wird. Twitter ist ein durchziehendes Element, wie etwa ein Telefon, das von Zeit zu Zeit Aufmerksamkeit erfordert die nicht immer einplanbar ist.

Abschließend glaube ich, dass Jugendverbände bei einer falschen oder Nicht-Nutzung von Twitter den Bezug zu ihrem Klientel weiter verlieren werden. Jugendverbände müssen nicht nur Teil von Jugendkultur sein, sondern sich mit an deren Spitze setzen um die Richtung zu bestimmen. Wer nur hinterher trottet bestimmt nicht den Weg. Und gerade in der heutigen hedonistischen Konsum und Darstellungsgesellschaft brauchen Kinder und Jugendliche Jugendverbände die mit ihnen zusammen auf Augenhöhe nach Lösungen für die Welt suchen.

Das ist jedoch meine Meinung. Was meinst du dazu?

CC BY-SA 3.0 DE
Inhalte auf raphabreyer.de stehen i.d.R. unter freier Lizenz (Näheres im Impressum ). Der Artikel „Jedem sein Twitter? – Twitter als Tool für Jugendverbände“ (Text) steht unter der CC BY-SA 3.0 DE Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Rapha Breyer.

13 Kommentare

  1. also obacht. ich bin mittlerweile der ansicht, dass nutzer von twitter nur einen kleinen teil des personenkreises der medial-präsenten jugendverband’ler abbildet. am ehesten sind es hier die vermeintlichen ‘funktionäre’ höherer ebenen und weniger die ‘basis’, die sich dann doch eher sozialnetzwerktechnisch auf facebook aufhält. den basiskontakt pflege ich als bildungsreferent meines jugendverbands mittlerweile intensiv auf facebook, hier sind informations- und kontakteffektivität deutlich höher als per mail, per twitter fehlt da eindeutig die summe entsprechender nutzeraccounts.
    dies soll twitter allerdings keinesfalls den rang ablaufen, die kommunikation läuft hier meines Erachtens einfach anders und auch hier wird natürlich ein teil von jugendverbandsarbeit erreicht, eher allerdings auf kollegialer, journalistischer und politischer Ebene …

  2. brucelie sagt

    Das sehe ich sehr ähnlich wie Nico. Twitter ist immer noch ein Tool der Techis und hat die breite Basis – vorallem in Deutschland – noch lange nicht erreicht. Wenn ich in meine Suchliste zum Hashtag DPSG schaue (
    https://twitter.com/#!/search/%23dpsg ), sehe ich so im Schnitt ein Tweet pro Tag, und der ist meistens auch noch vom Rapha ;)
    Ich kann gut nachvollziehen dass die Medienreferenten der Verbände die Jugendlichen da betreuen wo sie sich aufhalten und das ist wohl nicht bei twitter – wahrscheinlich ist damit ein Forward aus Facebook oder vom RSS-Feed kosten-nutzen-technisch volkommen legitim.

  3. Johny Varsami sagt

    Insbesondere als Stammesführer ist man heutzutage einer Flut von Informationen und Publikationen ausgesetzt. Ziel sollte sein, die Zahl der Publikationen zu reduzieren und Informationen effektiver zu bündeln und nicht noch einen Kommunikationskanal zu öffnen. Und einen Bundesvorstand zu haben, der  auch mal auf Mails antwortet, ist mir zehnmal wichtiger als irgendwelches banales Twitter-Gelaber.

    • Johny Varsami sagt

       Nachtrag: es gibt immer noch Stämme ohne eigene Homepage. Vielleicht sollte man seine Energien eher in diesen Bereich stecken, um die Situation zu verbessern.

      •  da frag ich mich … ist die Webseite denn noch so wichtig? Die Infos, die man geliefert bekommt sind doch effektiver, als die, die man abholen muss (und es doch nicht tut) …
        Aber stimmt, für Termine und Infos rund ums Lager ist sie allerdings natürlich immer noch erste Wahl. In Sachen ÖA Präsenz zu zeigen ist ein Facebook-Account sicherlich am effektivsten.

  4. Über Twitter als Plattform ohne festgeschriebene Idealnutzungsform habe ich schon mal was geschrieben: Twitter ist ein Existentialismus.

    Auf meinen Web-2.0-Workshops rate ich eigentlich immer davon ab, Twitter als Hauptkanal für die Jugendarbeit zu benutzen, wie auch Daniel und Nico: Daß die Hauptzielgruppe nicht da, sondern bei Facebook ist, läßt sich mit Zahlen zeigen. Laut der JIM-Studie 2011 gaben je nach Altersgruppe 5–10 % der Jugendlichen an, Twitter zu benutzen, zwischen 60 und 84 % Onlinecommunities (http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf11/JIM11_30.pdf) – davon wieder über 80 % Facebook (http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf11/JIM11_46.pdf). Twitter ist in Deutschland ein Medium mittelalter Nerds.

    Zu @BDKJ:twitter, das ich mitbetreue: Wir setzen Twitter mittlerweile hauptsächlich für die Liveberichterstattung von Veranstaltungen ein, weil es dafür deutlich besser als Facebook geeignet ist. Die Web-2.0-Zentrale des BDKJ sollte die Facebook-Seite sein.

    An Deinen Kritikpunkten zum Account (die alle zutreffen!) läßt sich einiges zur Fragestellung sagen, wie Verbände twittern sollten. Der BDKJ-Twitter-Account wird betreut vom hauptamtlichen ÖA-Referenten und dem ehrenamtlichen Webteam. Im Webteam sind wir alle momentan und mittlerweile eher an der Peripherie des Bundesverbands. Aktiv und antwortend funktioniert der Account dann, wenn Leute von uns vor Ort sind: Auf der Hauptversammlung sind Leute von uns dabei, beim Katholikentag sind wir vertreten. Die ZdK-Berichterstattung funktioniert, weil ich dort Mitglied bin.

    Hinter @bdkj:twitter  sollten eigentlich die Leute sein, die den Verband nach außen vertreten – also der Bundesvorstand. Die Vorstandsmitglieder können die Betreuung allerdings nicht leisten – ab und zu mal einen Tweet absetzen geht, für eine wirkliche Ansprechbarkeit ist keine Zeit da. Deshalb ja auch ein ehrenamtliches Team. Damit ist ein echter Dialog aber auch schwierig: Selbst wenn wir präsent sind, können wir nur begrenzt für den BDKJ sprechen (uns fehlt das politische Mandat; natürlich haben wir die tatsächliche und gefühlte Beschlußlage einigermaßen parat, aber ein Dialog nur auf der Basis »die HV 1967 hat beschlossen« ist auch unbefriedigend – Meinung, persönliche Infos wären das eigentlich interessante!). Uns fehlen auch oft Infos: Viele Anfragen könnten genauso gut an die Bundesstelle gerichtet werden, vieles müssen wir selbst mittels Beschlußsammlung recherchieren – als Twitterteam müßten wir also oft für den Dialog Proxy zwischen Anfrage und Bundesstelle oder -vorstand sein; beim Twitteraccount der Bahn machen genau solche Tätigkeiten Leute, die dafür Geld bekommen. Ehrenamtlich macht das nicht übermäßig viel Spaß.

    Das Kuratieren von Inhalten wäre auch interessant – aber dazu bräuchte es auch andere Ressourcen. Ich merke langsam, daß ich durch meinen Abschied aus der wirklich aktiven Jugendarbeit immer weniger mitbekomme. Ich betreue auch den Facebook-Auftritt der KjG Freiburg und merke es da ganz besonders: In der Anfangszeit konnte ich jeden Tag interessanten Content liefern, weil über meine Filter und Verteiler (sowohl selbst eingerichtete als auch durch Kontakte) genügend Infos reinkamen; je weniger ich selbst dran bin, desto weniger fallen solche Infos nebenbei an: Ich muß aktiv suchen. Bei Twitter ist das noch extremer: Ich habe schlicht keine Lust mehr, jeden einzelnen KjG-Account zu lesen, über den im Zweifelsfall doch nur kommt, daß die Lager-Anmeldung jetzt losgeht. Über Facebook bin ich näher an der Stimmung echter Leute dran, gerade die Generation unmittelbar nach mir kenne ich ja nach wie vor quasi komplett.

    Auf der Basis dieser Erfahrungen komme ich damit zu ganz ähnlichen Ergebnissen wie Du:

    Soziale Netzwerke müssen aktuell, authentisch und dialogisch bedient werden – und das heißt: Lieber personalisiert als abstrakt, als Person, nicht als Black box Bundesverband agieren – und dazu braucht es die Personen in der Organisation, die nah dran sind und auch die richtigen Ansprechpartner_innen. Beim BDKJ wären das Vorstand und Referent_innen. Ehrenamtlich aus der Peripherie wie wir das bisher machen funktioniert eigentlich nur bei Veranstaltungen richtig gut.

    Was ehrenamtlich zu leisten ist, ist Vernetzung und Kuratieren von Information: Dafür braucht es aber aktive Leute, die ohnehin in den entsprechenden Diskursen drin sind.

    Bei der Wahl des Mediums sehe ich Twitter schließlich als untergeordnet an: In Facebook sitzt die Zielgruppe.

    • rapha_b sagt

       Hier der Link von ganz oben in Funktionierend: http:/fxneumann.de/2009/11/15/twitter-ist-ein-existentialismus/

  5. Ähnlich wie Daniel und Nico beurteile ich auch den Kreis der Twitter Nutzer. In der Jugendarbeit erreiche ich damit nicht die Jugendlichen und auch bei Leitungsfunktionen auf Stammesbene sehe ich da keine Zielgruppe.
    Auf höheren Ebenen wo Koordinierung von Aktionen und ein möglichst effizienter Informationsfluß von Vorteil ist sehe ich für Twitter eine Einsatzmöglichkeit.

    Als Medienreferent der DPSG Freiburg @dpsgdvfr:disqus  habe ich Twitter auch genutzt um von Veranstaltungen zu berichten, was insbesondere von Ehemalige positiv aufgenommen wurde, die sich dadurch weiterhin angebunden fühlen.

    Das Problem das diese Platformen haben ist dass sie die Informationskanäle fragmentieren (dazu http://www.iparthier.de/630/one-api-to-connect-them-all/). Würde eine standardisierte API zwischen diesen Diensten existieren wäre die Wahl der Platform egal.

    So heißt es weiter das geeignete Werkzeug für die unterschiedlichen Zwecke zu erreichen.

    Multiplikatoren für Jahresaktionen nutzen eher Twitter
    bundesweite Kampagnen die Jugendliche einbeziehen sollen werden nur auf Facebook erfolgreich sein können (wobei ich die Mobilisierungswirkung von Facebook in diesem Bereich für überbewertet halte – das klappt vorwiegend bei der hedonistischen partyorientierten Zielgruppe)

  6. Mirko sagt

    Ich sehe die Nutzung von Twitter im Verband als in Zukunft wichtiges Werkzeug an. Mag sein das momentan die nutzungszahlen noch nicht die größten sind, aber von einem Tool für Techis würde ich nicht sprechen. Oft versucht der Jugendverband an die Öffentlichkeit zu kommen und gerade hier sehe ich eins der potenziale von Twitter. Ein trending Topic könnte bei Nutzung leicht entstehen aber selbst ohne TT werden oft Journalisten, welche sich auch gerne bei Twitter aufhalten auf den Verband und dessen Arbeit aufmerksam. Weiter kann eine umkomplizierte schnelle und transparente Kommunikation gerade auch auf Diözesan und Bundesebene für eine gewissen Transparenz und Schnelligkeit stehen, welche wir Jugendlichen auch in der Politik forden. 
    Aber  das Twittern kann nicht einfach als neue Arbeitsaufgabe des Pressesprechers abgestempelt werden. Die Person, welche twittert muss das Werkzeug kennen und mögen. Diese Person muss auch mal nach Feierabend antworten.
    Es wäre aber falsch zu sagen der Verband sollte nur Twittern. 360° ist wichtig und sinnvoll. Kommunizieren auf allen Ebenen, oder zumindestens auf den relevantesten. Und darunter zähle ich nicht nur FB, sondern eben auch Twitter, genau so wie die eigene Homepage und E-Mail Adresse.
    Selbst wenn Rapha oder auch ich falsch liegen, twitter, fb und so weiter stirbt, dann waren wir wenigstens dabei, habe es versucht und haben an vordere Front gekämpft und sind nicht gelangweilt und generft vom neuen hinterhergelaufen. Denn hinterherlaufen ist kein Begriff der zur Jugend- und Verbandsarbeit passt. Ich will mit der Innovation und mit dem Fortschitt Jugend- und Verbandsarbeit machen, denn wenn wir Ziele erreichen wollen dann haben wir damit die besten Changen und können die Gesellschaft wenn sie im Medium angekommen sind voller KnowHow mitnehmen. Und gerade an der momentanen politischen Veränderung sieht man dass, das Netz ein Thema der Zukunft wird. 

  7. wwwchrisde sagt

    In Bezug auf Facebook stellt sich für mich die Frage inwieweit die Nutzung der Platform die aus den persönlichen Daten der Nutzer Kapital schlägt für einen Jugendverband wie  die DPSG mit der eigenen Ordnung die eine Erziehung zu einer kritischen Weltsicht propagiert vereinbar ist.
    Wenn sich die Angebote dort konzentrieren weil die Nutzer dort sind werden auch immer mehr Nutzer dorthin gezogen da sie informiert bleiben möchten – das führt zu einem Druck sich dort anzumelden.
    Von daher widerstrebt mir die Festlegung auf eine Platform.

  8. rapha_b sagt

    Hallo. Danke, dass ihr euch mit mir Gedanken macht.

    Zwei Dinge sind mir wichtig:
    1. Meine Überlegungen und damit auch mein Text beziehen sich nicht auf die Stammes oder Ortsgruppenebene und nur bedingt auf Diözesan oder Landesebenen. Ich spreche bei meinen Hinweisen auf Twitter immer von Bundesverbänden. Das bedeutet von Verbänden mit hauptberuflichen Presse- und Bildungsreferenten. Das Stammesleiter zu allererst einmal ansprechbar für die Kinder, Jugendliche und deren Eltern sind ist mir klar.

    2. In keinster Weise will ich gesagt haben, dass es eine Entscheidung zwischen einer Homepage, Facebook und Twitter geben muss. Jede Plattform hat seine Daseinsberechtigung. Die Homepage ist eine Darstellungsfläche, die unabhängig von anderen Anbietern ein Informationsangebot bietet. Facebook ist der kürzeste Weg zu bereits bekannten Personen, also auch Mitglieder. Jedoch ist auch hier die Reichweite begrenzter als sich dies anfühlt. Bei der DPSG haben 3000 Personen die offizielle Seite des Verbandes geliked, selbst wenn diese alle aus der DPSG sind, ist das höchstens ein 25tel der Mitglieder.
    Meine These ist, dass über Twitter mehr und vor allem noch unbekannte und uninformierte Personen erreicht werden können. Der  DPSG Account hat 870 Follower, ohne dass er gepflegt worden ist. (Natürlich sind da sicher auch ein paar Spambots dabei) Da gibt es potenzial um, wie oben besprochen, eine größere Reichweite in andere Schichten zu erreichen: Politik, Gesellschaft, Medien.

    Ich kann @twitter-43292041:disqus da nur zustimmen: Es muss ein Konzept geben, dass Hauptberufler wie Ehrenämtler umfasst und in dem eine Idee zur guten Kommunikation steckt. Mich erschreckt nur, dass ich, außer von dem des @bdkj:twitter, noch keinen Versuch davon gesehen habe.

    Das ist auch die Frage für @brucelie:disqus : Wenn es wenige Tweets mit #dpsg gibt, kann das zum einen daran liegen, dass es niemand gibt, der es machen könnte, oder zum anderen daran, dass die Menschen, die es machen würden, den Sinn darin nicht sehen, da es sowieso niemand liest. Ein Henne-Ei-Problem.

    Warum gibt es keinen Jugendverband der sich traut sowas mal für ein Jahr auszuprobieren: Medienkonzept schreiben, daran arbeiten, investieren, evaluieren und ein Urteil bilden. Das fehlt mir.

    Die meiste Kritik an Twitter höre ich von Menschen, die es nicht nutzen:  (Sorry Johny)” […] ist mir zehnmal wichtiger als irgendwelches banales Twitter-Gelaber.”

  9. Jedem sein Twitter? Als Verband eher nicht, oder? 
    Die Stärke von Twitter ist es, einen unendlich großen Strom von Informationen schnell und einfach zu aggregieren und damit die Relevanz einer Information in nahezu Echtzeit sichtbar zu machen. 
    Als Jugendverband sollte die Diskussion also nicht sein, ob Twitter oder ein beliebig anderes Netzwerk das Richtige ist, sondern ob Inhalte geboten werden können und ob eine relevante Öffentlichtlichkeit über diesen oder jenen Kanal zu erreicht werden kann. 
    Was Twitter angeht, würde ich beides aktuell für das gesamte Spektrum der Jugendverbandsarbeit in Deutschland verneinen. Davon ausnehmen würde ich nur den DBJR (@DBJR_:twitter ) oder ähnlich konstituierte Institutionen, die eine relevante Größe, ManPower und KnowHow haben um  auch außerhalb von Twitter regelmäßig zu Themenfeldern zu äußern, die für eine breitere Öffentlichkeit relevant sind.
    Jugendverbände stehen durch die Veränderungen in der Gesellschaft, die “Web 2.0″ mit sich gebracht hat vor enormen Herausforderungen in den nächsten Jahren. Die verbandlichen Strukturen, in denen Meinungsbildungsprozesse auf Ihrem Weg durch die Instanzen, einen langen Weg zurücklegen müssen, sehen sich einer Öffentlichkeit gegenüber, die spontan und dynamisch Meinungen aufnimmt, für sich vereinnahmt und vehement vertritt. 

    Fazit: Jugendverbände müssen in Zukunft die Ergebnisse der Meinungsbildung, die in Ihren Gremien/Strukturen stattfindet so aufbereiten, dass diese Relevanz erlangen, auch über den Tellerrand des eigenen Verbandes hinaus. Auf welchen Kanälen diese Informationen dann transportiert werden ergibt sich dann in der Praxis.

    PS: Für die Berichterstattung von einem Event durch einen oder wenige “Redakteure” dürften Tumblr-/Posterous-Blogs zielführender als ein Twitter-Feed sein. Die Darstellung der Informationen ist “menschlicher” als in einem Twitter-Profil und damit kann eine breitere Öffentlichkeit erreicht werden.

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