Allgemein, Nachhaltigkeit, Textil
Schreibe einen Kommentar

Pure Provokation wird niemals siegen!

Bäm: H&M produziert seine hippe Kollektion ALEXANDER WANG x H&M mit kleinen Kindern in Indien. Zumindest könnte man das nach dem Kurzfilm von Dandy Diary denken. Darin sitzen vielleicht 10-jährige Jungs an Nähmaschinen und nähen unter anderem ein Nackenlabel ein.

Inzwischen ist das Originalvideo gelöscht, hier ein repost.

https://www.youtube.com/watch?v=cRoFkPIyL1c

Spätestens das von jounelles.de zum Film veröffentlichte Interview und die Posts von Dandy Diary bei Facebook zeigt jedoch, dass es nur billige Provokation ist, die zur eigenen Profilierung dient und keinerlei Hinweise darauf liefert, dass es bei H&M irgendeinen Zusammenhang zu Kinderarbeit gibt.

Das ist ein probates Mittel in unserer Darstellungsgesellschaft. Jedoch wird H&M gerichtlich dagegen vorgehen und gewinnen. Hier die Ankündigung:Damit wäre H&M von hier erhobenen Vorwurf der Kinderarbeit reingewaschen. Das nimmt auch allen die gegen Kinderarbeit in der Textilindustrie kämpfen die Aufmerksamkeit und die Chance gehört zu werden. Damit wird der Kampf gegen Kinderarbeit schwieriger. Aber hey: Dandy Diary haben einen Viralerfolg. Yeah!!11elf!!

Dass es in erster Linie um diesen viralen Erfolg ging und in keiner Weise eine fundierte Kenntnis der Textilproduktion vorliegt, zeigt das oben genannte Journelles.de Interview. Um möglichst mysteriös zu wirken werden alle Fragen konsequent nicht beantwortet oder weiter vernebelt.

In welchen Produktionsstandorten H&M die Wang-Kollektion produziert, kann H&M sicherlich besser beantworten. Wir werden nicht sagen, in welcher Fabrik wir gedreht haben und was für Marken da produziert werden.

Weisst du den Stundenlohn eines einzelnen Kindes?
Nein. Aber H&M vielleicht.

Wenn die Jungs also da waren, um in irgendeiner Weise herauszufinden, ob es mit der Kinderarbeit ein Problem ist, hätten sie nachgefragt –  über die Arbeitsbedingungen, die Löhne und weitere Punkte.

So zu tun, als wäre man der große Held, der mit einer „Kriegsjournalistin“ loszuzieht, viele Fabriken ansieht und sich „letztlich für die jetzt zu sehende entschieden“ hat. Nach eigenen Aussagen musste man das Kameraequipment auf dem Weg „über Mittelsmänner vor Ort“ besorgen und allerlei wichtige Menschen „bestechen, schmieren, irgendwie belohnen, damit es weitergehen konnte“. Sind damit alle Klischees bedient? Nein: [In der Fabrik] „darf nicht getrunken und nicht gegessen werden.“

Pure Provokation wird niemals siegen!

Beitragsbild:

CC BY-SA 2.0 Flickr/Libertinus
http://www.flickr.com/photos/libertinus/5564550049

CC BY-SA 3.0 DE
Inhalte auf raphabreyer.de stehen i.d.R. unter freier Lizenz (Näheres im Impressum ). Der Artikel „Pure Provokation wird niemals siegen!“ (Text) steht unter der CC BY-SA 3.0 DE Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Rapha Breyer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.