Alle Artikel mit dem Schlagwort: Titelstory

SDG Superheld

SDG 12 Verantwortungsvoller Konsum: Es geht nur gemeinsam!

Im Nachhaltigen Entwicklungsziel mit der Nummer 12 sind verantwortungsvoller Konsum und die nachhaltigen Produktionsmethoden. Um sowohl Wachstum des Wohlstandes und nachhaltige Entwicklung in der Welt zu realisieren, brauchen wir dringend eine sofortige Reduzierung des Einflusses der Menschheit auf die Natur. Das funktioniert nur über die Veränderung der Art und Weise wie wir Güter produzieren und konsumieren. Natürliche Ressourcen müssen sparsamer und effizienter eingesetzt werden. Zusätzlich dürfen weniger Gifte und Abgase in die Umwelt gelangen. Industrie, Wirtschaft und Haushalte müssen ermutigt werden Abfälle zu reduzieren und verstärkt auf recyclebare und recycelte Produkte und Produktionsweisen zu setzen. Anders als bei vielen anderen der Ziele gibt es hier auch die Möglichkeit durch individuelle Verhaltensänderungen einen persönlichen Beitrag beizusteuern. Ich kann als Person weniger und besser konsumieren. Das reduziert den sogenannten CO2-Fußabdruck, der beschreibt, wie viel das in großen Mengen schädliche Klimagas CO2 oder gleichwertige Stoffe durch die persönliche Lebensweise freigesetzt werden. Wenn dieser Fußabdruck bei jeder Person kleiner ist, dann wird er auch im gesamten kleiner – so zumindest die Idee. Die Ernüchterung kommt sofort, wenn man sich …

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Kluft an und Klappe auf! – Ist Pfadfinden politisch?

Wir leben in einer komplizierter werdenden Welt. Zumindest in meiner subjektiven Wahrnehmung wirkt die Wirklichkeit komplizierter als je zuvor. Die Absprachen auf europäischer Ebene, der Umgang mit Geflüchteten und deren Auswirkung auf die Gesellschaft in Deutschland sind nicht absehbar und verunsichern einige Menschen. Wie sollen wir uns als Pfadfinderinnen und Pfadfinder dazu verhalten? Wie politisch ist Pfadfinden? Was sind die Werte unserer Bewegung und wie können wir für sie einstehen? Zum ersten Mal las ich darüber in einer Gruppe der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), auf Facebook im Januar 2015: „Pfadfinder sind unpolitisch. Ihr könnt doch nicht mit Kluft auf eine Anti-Pegida-Demo gehen“, hieß es dort sinngemäß. Ich hatte mir die Frage nie gestellt, war aber schnell der Meinung, dass dies nicht nur ok, sondern vielleicht sogar notwendig ist. Aber Einschätzungen sind persönlich. Was ist denn unser Auftrag als Pfadfinderinnen und Pfadfinder? Wir beschreiben in unserer Ordnung, dass es unser Selbstverständnis ist, das wir die Gesellschaft mitgestalten, dies formulieren wir sogar als unseren Auftrag. „Die DPSG praktiziert und fördert politisches Handeln, um die Rechte von …

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Kauf dich nicht frei!

Wir können uns alles kaufen. Zumindest im Durchschnitt sind wir Deutschen so reich wie kaum Menschen in anderen Ländern. In unserem marktwirtschaftlichen System heißt das, dass wir die Freiheit leben können, selbst zu entscheiden, welches Produkt oder welche Dienstleistung wir haben wollen. Fast alles von dem, was wir glauben zu brauchen damit wir glücklich sind, gibt’s im Laden an der Ecke, im Kaufhaus oder im Internet. Das ist die große Freiheit des Konsumierens. Aber es gibt im Konsum keine Freiheit ohne Verantwortung. Nicht nur Bundespräsident Joachim Gauck weißt immer wieder auf einen Fakt hin: Mit jeder Freiheit geht auch eine Verantwortung einher. Mit allem was wir tun können, sollen wir auch daran denken, was das Anderen antut. Wir können inzwischen wissen, was unser Konsum in anderen Teilen der Welt anrichtet und wir haben die finanziellen Möglichkeiten im Zweifel auch „bessere“ Produkte zu kaufen oder es einfach zu lassen. Nehmen wir ein Beispiel: Bananen. Bananen sind in Deutschland das günstigste Obst. Was verrückt klingt, wo die gelben Dinger doch meist in Südamerika wachsen, hat mit dem …

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Menschen zum Wegwerfen

In der 37 Grad Reportage „Gesichter der Armut“ beschreibt Manfred Karremann das Leben der Menschen in Bangladesh. Er zeigt vor allem, dass das Leben der Menschen dort fast ausschließlich davon bestimmt ist, wie wir mit ihnen umgehen – welchen Einfluss wir auf ihr Leben nehmen. Bangladesh ist der Produktionshinterhof der westlichen Welt, die Müllkippe und eines der Länder, die unter dem von uns verursachten Klimawandel am stärksten betroffen sind. So traurig es ist: Neu kann das fast niemandem sein. All unsere Produktionsgüter werden in Ländern produziert, in welchen soziale Standards und Umweltschutzauflagen weder kontrolliert noch umgesetzt werden. Jede und jeder, die oder der nicht völlig in seiner abgeschlossenen Konsumgesellschaft lebt, hat dies inzwischen mitbekommen. Dieter Overath, Vorstand von Transfair e.V., dem Verein der in Deutschland das Fairtrade Siegel vergibt, meint: „Solche ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse funktionieren umso besser, desto anonymer die Produkte sind.  […] Das kann man nur verdrängen oder akzeptieren, wenn einem das durch den Kauf des Produktes nicht so bewusst ist.“ Die Unternehmen haben durch jahrelange Arbeit und große Marketingbudgets dafür gesorgt, dass man also …

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Wir sind die Gesellschaft, wir sind die Politik

Immer wieder kommen Menschen auf mich zu und erzählen mir fast entschuldigend, warum sie dieses oder jenes nicht nachhaltige Produkt gekauft haben. Ich frage sie nicht danach und bewerte Menschen auch nicht anhand ihrer Kaufentscheidung, aber natürlich freue ich mich darüber, dass Menschen mich in irgendeiner Weise als Instanz wahrnehmen. Warum ich glaube, dass es wichtig ist, dass der Einzelne was tut. So ähnlich beginnt auch die Geschichte von Rainer Meyer „Ökologischer Fußabdruck: Warum es FALSCH ist, den Einzelnen für die ökologische Zukunft in Verantwortung zu nehmen“ die mich bewogen hat, das hier aufzuschreiben. Dabei erzählt er einem Freund von seiner neuen Terrasse, aus Tropenholz. Im folgenden verweigert er sich einer Diskussion zur Verantwortung auf individueller Ebene, ohne natürlich noch auf die Leichen im Keller seines Freundes hinzuweisen. Er will lieber, dass die Politik das über politische Konzepte in Brüssel, Berlin oder Bonn [sic!] das löst. Jedoch nicht die „vermeintliche Ökopartei Die Grünen“, sondern linke Konzepte mit Parteien „die nicht nur Links heißen, sondern auch Links handeln“. Ich gehe davon aus, dass sich Meyer nach …

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Freie Wege für freie Verbreitung – Creative Commons Lizenzen in der Jugendverbandsarbeit

Wenn man eine Botschaft in die Welt bringen möchte, sollte man sich vorher überlegen, was und wer erreicht werden soll und mit welchem Ziel. Wer ist meine Zielgruppe? Welches Thema will ich besetzen? Auf Grundlage der Antworten auf diese Fragen müssen nicht nur Form und Verbreitungsweg, sondern auch die rechtlichen Grundlagen festgelegt werden. Dabei tun sich auch Jugendverbände in Zeiten des digitalen Wandels manchmal schwer. Warum eigentlich? Bei der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) gibt es, wie in anderen Jugendverbänden auch, eine Herausforderung. Seit Jahren werden gute Bildungsmaterialien erarbeitet, aber seit es möglich ist, genauer nachzuhalten, bei wem sie eigentlich in welcher Zahl ankommen, ist klar: Das meiste wird für eine kleine überschaubare Gruppe produziert.  So zumindest meine Informationen. Manche Bücher, die in den letzten Jahren aufgelegt wurden, sind nur knapp mehr als 100 Mal pro Jahr verkauft worden. Arbeitshilfen werden selten nachbestellt, Downloadzahlen sind oft übersichtlich. Eigentlich verwunderlich, wo doch die Themen der letzten Jahre durchaus in größeren Kreisen diskutiert werden und ein Interesse bei den Leuten im Verband und darüber hinaus wecken sollten. Themen …

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Fairtrade und Qualität

Es fühlt sich ein bisschen so an, wie es für Sisyphus gewesen sein muss: Gebetsmühlenartig muss ich Fakten wiederholen, die im Diskurs nicht ankommen. Der Stein des Fairen Handels rollt immer kurz vor der Erkenntnis wieder ins Tal der Unwissenheit. Immer wieder wird der Faire Handel von Themen überlagert, die einfach nicht dazu gehören. War es vor einiger Zeit der Unterschied von Fairem Handel zum Direkthandel, so ist es jetzt der Faire Handel und die Qualität. Schon die Überschrift des Artikels von Axel Hansen bei Zeitonline zeigt Unkenntnis und Ignoranz. „Das Geschäft mit dem schlechten Geschmack.“ Wer als Kaffeehändler Kaffee in schlechter Qualität kauft, macht seinen Job nicht gut. Dabei ist es unerheblich, wo er diesen kauft oder von wem. Ob er nach Fairhandels-Kriterien kauft oder gleich Fairtrade zertifiziert, ist dabei ebenso egal. Nun aber dem Fairen Handel zuzuschreiben, dass dieser schlechte Qualität fördert, ist dreist und wird  leider oft von Unternehmen vorgebracht, die sich gegen ein Mitwirken am Fairtrade System entschieden haben und so apologetisch versuchen ihre Entscheidung zu begründen. Die Zeit schlägt mit …

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PEGIDA ein Schild vor halten

Ein komischer Gedanke kam in mir auf, als ich gestern um 17 Uhr alleine zu Fuß auf dem Weg nach Deutz war. Ich hatte mein selbstgebasteltes Schild unterm Arm. „Also ich mag Menschen“ stand darauf. Das konnte man aber im vorbeigehen nicht lesen. Alle die mich sahen wussten also: Der geht auf ne Demo. Nur: Auf welche Demonstration ich gehe war nicht auf den ersten Blick zu sehen. War ich etwa einer von diesen Menschen die das Abendland durch den Islam in Gefahr sehen? Allein an der Masse der Menschen erkannten wir dann recht schnell, dass wir auf der richtigen Seite waren. Auch an lächelnden Menschen, an fröhlichen Menschen die in Grüppchen umher standen und schauten. Und später froren und dennoch blieben. Immer wieder an diesem Abend sprachen wir darüber: Man sieht es den Menschen nicht an zu welcher der beiden Demos sie unterwegs waren. Die PEGIDA Demonstrantinnen und Demonstranten sind ja keine Skinheads mit Glatze und Bomberjacken. Es waren gestern Abend ganz normal aussehende Menschen. Mit Funktionsjacken und Mützen, so wie wir. Lediglich ihr …

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Das DM Taschengate und seine bio faire Komponente

Die Wogen schlagen zu Recht hoch in den letzten Tagen. Worum es geht? Pia Drießen hatte entdeckt, dass die DM-Pfandtaschen nun nicht mehr von Manomama gefertigt werden, sondern jetzt aus Indien kommen. Seither zeigt sich auf Twitter unter #taschengate berechtigte Verärgerung. Die Kundinnen und Kunden darüber nicht zu informieren, zeugt mindestens von schlechtem Stil seitens DM, wenn es nicht sogar vorsätzliche Verbrauchertäuschung ist. „Manomama“ Sina Trinkwalder behauptet, dass sie erst durch den Blogpost erfahren hat, dass DM auch Taschen anderer Produzenten in ähnlichem Design anbietet. Stimmt dies, kann man wohl das Geschäftsverhältnis auch nicht gerade vertrauensvoll nennen. Mein Ansatzpunkt ist aber ein anderer: In mehreren Posts zum Thema ging es um die Frage „bio und fair“ versus „Produktion in Indien“. Exemplarisch der Tweet von @perleralations: Dies empfinde ich als eine unzulässige Vermischung der Faktoren. Man kann nämlich sehr wohl bio und fair in Indien produzieren und es gibt weitere Gründe, warum eine Produktionsverlagerung von Manomama nach Tiruppur in Indien sinnvoll sein kann.

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Letzte Chancen für das Textilbündnis

Nach langer Vorarbeit ist es nun da: Das Bündnis für Nachhaltige Textilien des BMZ und seines Ministers Gerd Müller. Als Reaktion auf die Unglücke in Bangladesch und Pakistan gestartet, soll es die traurige Aufmerksamkeit für das Thema nutzen, um einen Schritt in großer Breite hin zu sozialer und ökologischer hergestellten Textilien gehen. Eine gute Idee, bei der nun doch nicht alle mitmachen. Warum das so ist und wie das geändert werden kann, will ich hier analysieren. Zu Beginn ist aber zuerst einmal wichtig, was überhaupt im Aktionsplan drinsteht. Das Bündnis versteht Nachhaltigkeit als Drei-Säulen-Modell mit sozialer, ökologischer und auch ökonomischer Nachhaltigkeit. Dazu sollen Bündnis-Standards entwickelt werden, die auf kontinuierliche Verbesserung abzielen und die Rahmenbedingungen in Produktionsländern verbessern sollen. Über diese Punkte soll zwischen allen Partnern und der Öffentlichkeit transparent kommuniziert werden und auf einer Plattform soll der Fortschritt geprüft werden, damit dort die Akteure voneinander lernen können. Dabei will das Bündnis die Lieferkette von Textilien und Bekleidung ganzheitlich betrachten, aber trotzdem prioritäre Handlungsfelder identifizierten, in welchen eine Verbesserung am dringendsten notwendig ist. Dies sind alles …